# Anti-Geldwäsche-Konferenz der German Tax Advisers

- Link: https://www.maier-steuerberater.de/anti-geldwaesche-konferenz-der-german-tax-advisers/
- Published: 2021-12-07T07:35:02+01:00
- Author: Thomas Stuppy

DStV, Mitteilung vom 06.12.2021

Am 17.11.2021 veranstalteten die German Tax Advisers die Brüsseler Konferenz zum
neuen Vorschlag der EU-Kommission für ein Gesetzespaket zur Bekämpfung von Geldwäsche.
Im Zentrum der Debatte standen die Auswirkungen für den Berufstand.

Im Juli 2021 hatte die EU-Kommission ein Gesetzgebungspaket zur Bekämpfung von Geldwäsche
vorgestellt. Zu den Plänen zählt etwa die Einrichtung einer neuen EU-Behörde für
die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Zur Verbesserung der 
Koordination zwischen den Mitgliedstaaten sollen die bisherigen Rahmenvorschriften
außerdem gebündelt und in unmittelbar geltendes EU-Recht überführt werden. Der Vorschlag
für eine neue Geldwäscheverordnung soll europaweit für die gleichen Verpflichtungen,
etwa für Steuerberater und Steuerberaterinnen, sorgen. Gleichzeitig sollen die Sorgfaltspflichten
durch die Ausweitung der Datenerhebung der Mandanten ausgeweitet werden. Dadurch
könnte aber ein weiterer Abbau des Berufsgeheimnisses zu Lasten der Mandantenbeziehung
drohen.

In seiner [Eröffnungsrede](https://www.dstv.de/dstv-prasident-eroffnete-konferenz-zum-anti-geldwasche-paket/)
zur Brüsseler Konferenz wies DStV-Präsident StB Torsten Lüth deshalb darauf hin,
dass Compliance ein vertrauensvolles Verhältnis mit der Mandantschaft die besten
Mittel seien, damit der Berufsstand einen wirkungsvollen Beitrag zur Bekämpfung 
von Geldwäsche leisten könne. Aus diesem Grund forderte er eine Stärkung des Berufsgeheimnisses.

Nachdem Alexandra Jour-Schröder, stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion
für Finanzstabilität und Kapitalmärkte (GD FISMA) der EU-Kommission das Gesetzespaket
vorgestellt hatte, nahm sie zusammen mit den beiden anderen Diskussionsteilnehmern,
dem Europaabgeordneten Markus Ferber (CSU), Sprecher der EVP-Fraktion im Wirtschafts-
und Währungsausschusses und dem Vizepräsidenten der Bundessteuerberaterkammer (BStBK)
StB Dr. Holger Stein, auf dem Podium Platz. Die Diskussion moderierte der EU-Korrespondent
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Hendrik Kafsack.

Während Markus Ferber gleich zu Beginn der lebhaften Debatte eine Lanze für die 
beratenden und prüfenden Berufe in Deutschland brach und ihre Bedeutung im Kampf
gegen Geldwäsche durch die Beratung und durch die selbstverwaltende Aufsicht hervorhob,
sah StB Dr. Holger Stein den Berufstand durch die Entschließung des EU- Parlaments
zu den Pandora Papers zu Unrecht an den Pranger gestellt. Er stellte zudem klar,
dass die Aufsichtsfunktion im Wege der Selbstverwaltung durch einen beständigen 
Informationsaustausch der Kammern besser gelänge als den Behörden.

Alexandra Jour-Schröder beteuerte, dass die EU-Kommission keinen Generalverdacht
gegen den Berufstand habe und auch dessen Selbstverwaltung respektiere. Auf Nachfrage
des Moderators gab sie jedoch zu bedenken, dass aus Sicht der EU-Kommission durchaus
Hinweise für einen Verbesserungsbedarf bei der Aufsicht im Wege der Selbstverwaltung
in Deutschland, sowohl im Personalbedarf als auch bei den Prüfungen vorlägen. Dr.
Holger Stein widersprach und wies daraufhin, dass die Kammermitglieder die Aufsicht
selbst finanzierten. Darüber hinaus wäre auch ein besserer Austausch im internationalen
Bereich notwendig. Ansonsten sieht er keinen Bedarf für weitere Kontrollorganisationen.

Markus Ferber wies darauf hin, dass die berufsständische Vertretung in Europa kaum
verbreitet wäre und nur drei Mitgliedstaaten überhaupt eine solche Organisationstruktur
besäßen. Dies führe zu einer grundlegenden Skepsis gegenüber dem Prinzip Selbstverwaltung.
Die Kernprobleme im Kampf beträfen seiner Ansicht nach aber überhaupt nicht die 
Selbstverwaltung, sondern mehr die FIU (Financial Intelligence Units). Er bemängelte
hier insbesondere fehlende Rückmeldungen für die Verpflichteten nach dem Geldwäschegesetz.
Deswegen gäbe es auch keine Lernkurve. Zudem sprach er sich dafür aus, dass untersucht
werden müsse, welche Verpflichtungen wichtig, welche „nice to have“ und welche nicht
erforderlich wären.

Diese Forderung wird selbstverständlich vom Deutschen Steuerberaterverband unterstützt.

Das Video zur Veranstaltung kann auf der [Homepage](https://www.germantaxadvisers.eu/de/events/)
der German Tax Advsers angeschaut werden.

_Quelle: Deutscher Steuerberaterverband e.V. – [www.dstv.de](http://www.dstv.de)_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/recht/anti-geldwaesche-konferenz-der-german-tax-advisers-69613)
