# Bessere Bahnverbindungen, mehr Radwege, mehr E-Mobilität: Kommission will EU-Verkehrssystem modernisieren

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- Published: 2021-12-15T05:45:23+01:00
- Author: Thomas Stuppy

EU-Kommission, Pressemitteilung vom 14.12.2021

Schnellere Bahnverbindungen, leichtere grenzüberschreitende Ticketkäufe, eine bessere
Radinfrastruktur und mehr E-Mobilität: Das sind einige der Vorschläge, die die Europäische
Kommission am 14.12.2021 angenommen hat, um das Verkehrssystem in der EU zu modernisieren.
Sowohl für Passagierreisen als auch für den Gütertransport sollen Schiene und Schifffahrt
attraktiver werden. Die Infrastruktur rund um die E-Mobilität soll ausgebaut werden.
Ein stärkerer Fokus soll auf der nachhaltigen städtischen Mobilität liegen. Die 
Wahl und Kombination verschiedener Verkehrsmittel soll einfacher werden. Mit ihren
Vorschlägen will die Kommission den Verkehrssektor dahin bringen, seine Emissionen
um 90 Prozent zu senken.

Der Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung werde die Art und Weise,
wie wir uns fortbewegen, stark verändern, erklärte EU-Kommissionsvizepräsident Frans
Timmermans. EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean ergänzte, das Reisen in der EU solle
effizienter und sicherer werden, und zwar für Fahrer, Fahrgäste und Unternehmen 
gleichermaßen.

## Ein intelligentes und nachhaltiges TEN-V

Das TEN-V ist ein EU-weites Netz aus Schienenverkehr, Binnenschifffahrt, Kurzstreckenseeverkehr
und Straßen. Es verbindet 424 Großstädte mit Häfen, Flughäfen und Eisenbahnterminals
und wird, wenn fertiggestellt, die Reisezeiten zwischen ihnen merklich verkürzen.
Zum Beispiel werden Passagiere in 2,5 Stunden von Kopenhagen nach Hamburg reisen
können (heute: 4,5 Stunden.) Um die fehlenden Verbindungen zu schließen und das 
gesamte Netz zu modernisieren, sieht der heutige Vorschlag vor:

 * Die großen TEN-V-Personenverkehrsstrecken müssen so ausgebaut werden, dass die
   Züge spätestens 2040 mit 160 km/h oder schneller fahren können. Auf den Kanälen
   und Flüssen müssen gute Schifffahrtsbedingungen herrschen.
 * Mehr Umschlagterminals, verbesserte Abfertigungskapazitäten an Güterterminals,
   kürzere Wartezeiten an den Eisenbahngrenzübergängen, längere Züge, um mehr Güter
   auf umweltfreundlichere Verkehrsträger zu verlagern, und die Möglichkeit, Lkw
   mit der Bahn zu befördern. Um sicherzustellen, dass die Infrastrukturplanung 
   den tatsächlichen betrieblichen Erfordernissen entspricht, werden neun „europäische
   Verkehrskorridore“ geschaffen, die Schiene, Straße und Wasserwege miteinander
   verbinden.
 * Es wird eine neue Zwischenfrist bis 2040 eingeführt, um die Fertigstellung wichtiger
   Teile des Netzes vor der Gesamt-Frist 2050 zu beschleunigen.
 * Alle 424 Großstädte entlang des TEN-V-Netzes müssen die nachhaltige urbane Mobilität
   voranbringen und Pläne entwickeln, um emissionsfreie Mobilität zu fördern und
   den öffentlichen Verkehr sowie die Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer 
   auszubauen.

## Mehr Fernverkehr und grenzüberschreitender Schienenverkehr

Der Schienenverkehr ist nach wie vor einer der sichersten und saubersten Verkehrsträger
und steht daher im Mittelpunkt beim Bestreben, die Mobilität in der EU nachhaltiger
zu gestalten. Der heutige TEN-V-Vorschlag wird begleitet von einem Aktionsplan zur
Stärkung des Schienenpersonenverkehrs auf Fern- und grenzüberschreitenden Strecken.
Zu den konkreten Vorschlägen gehören:

 * ein Gesetzesvorschlag im kommenden Jahr, um einen benutzerfreundlichen, multimodalen
   Fahrkartenverkauf zu fördern;
 * die Möglichkeit für die Fahrgäste, die besten Fahrkarten zum günstigsten Preis
   zu finden sowie die Prüfung einer EU-weiten Mehrwertsteuerbefreiung für Zugfahrkarten;
 * die Aufhebung überflüssiger nationaler technischer und betrieblicher Vorschriften;
 * eine Ankündigung von Vorschlägen für 2022 zur Fahrplangestaltung und zum Kapazitätsmanagement,
   um schnellere und häufigere grenzüberschreitende Schienenverkehrsdienste zu fördern;
 * Leitlinien für die Trassenpreise im Jahr 2023, die den Zugang der Eisenbahnunternehmen
   zur Infrastruktur erleichtern werden, Wettbewerb stärken und attraktivere Fahrpreise
   für die Fahrgäste ermöglichen.

Bis 2030 wird die Kommission den Start von mindestens 15 grenzüberschreitenden Pilotprojekten
unterstützen, um den Ansatz des Aktionsplans zu testen.

## Aktualisierung der Regeln zur intelligenten Mobilität

Die Kommission schlägt vor, die Richtlinie zu intelligenten Verkehrssystemen aus
dem Jahr 2010 zu aktualisieren und an das Aufkommen neuer Mobilitätsoptionen im 
Straßenverkehr, Mobilitäts-Apps und vernetzter und automatisierter Mobilität anzupassen.

## Sauberere, umweltfreundlichere und einfachere urbane Mobilität

Der Vorschlag zur Mobilität in Städten umfasst Leitlinien dazu, wie Städte Emissionen
reduzieren und die Mobilität verbessern können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf 
dem öffentlichen Verkehr, dem Gehen und Radfahren. Der Vorschlag räumt auch emissionsfreien
Lösungen Priorität ein, einschließlich Taxis und Ride-Hailing-Diensten, städtischen
Lieferdiensten sowie dem Bau und der Modernisierung multimodaler Verkehrsknotenpunkte
sowie neuen digitalen Lösungen.

_Quelle: EU-Kommission_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/recht/bessere-bahnverbindungen-mehr-radwege-mehr-e-mobilitaet-kommission-will-eu-verkehrssystem-modernisieren-70229)
