# DATI für mehr Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft

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- Veröffentlicht: 2022-04-08T04:29:00+02:00
- Autor: Thomas Stuppy

DIHK, Mitteilung vom 07.04.2022

Mit der Gründung einer Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) will
die Ampelkoalition regionale Innovationsökosysteme stärken – und technologische 
sowie soziale Innovationen deutschlandweit beschleunigen. Hochschulen für angewandte
Wissenschaften (HAW) sowie kleine und mittlere Universitäten sollen künftig noch
enger mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Dies ist ein notwendiger Schritt, denn
die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschenden lässt sich ohne Frage noch
weiter ausbauen.

Oftmals sind den Unternehmen weder die Kooperations- und Fördermöglichkeiten noch
die speziellen fachlichen Kompetenzen und Ansprechpartner an den Hochschulen bekannt.
Es kann realistischerweise nicht Aufgabe kleinerer und mittlerer Unternehmen sein,
zeit- und personalintensive Recherchen zu den Hochschulstrukturen durchzuführen.
Gleichzeitig wären Kooperationen mit Hochschulen insbesondere für kleine und mittlere
Unternehmen (KMU) sinnvoll, da sie nur selten über eigene Forschungsinfrastruktur
oder Labore zur Weiterentwicklung ihrer Produkte und Verfahren verfügen können. 
In die andere Richtung sind Impulse aus der regionalen Wirtschaft gerade für die
anwendungsorientierten Hochschulen von zentraler Bedeutung. Wie kann die DATI hier
unterstützen?

## Wirtschaft vor Ort frühzeitig einbeziehen

Die frühzeitige Beteiligung von regionalen Unternehmen als Ideengeber, Anwender 
und Gestalter vor Ort ist das A und O bei den geplanten Projekten der DATI. Neben
der Wirtschaft spielen weitere Akteure eine Rolle, die nicht zuletzt auch die Kontakte
zwischen Betrieben und Wissenschaft herstellen können. Hier kann etwa die IHK-Organisation
unterstützen. Ob bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, beim Organisieren
von Netzwerken oder bei Patentsprechtagen: Mit über 13.000 Innovationsberatungs-
Gesprächen und jährlich mehr als 1.500 Veranstaltungen für Unternehmen bietet die
IHK-Organisation eine hilfreiche Anlaufstelle für interessierte Unternehmen – vielleicht
auch bald für die DATI.

## Transfer flächendeckend ankurbeln

Damit die neue Agentur in der Lage ist, den Transfer in der Breite voranzubringen,
sollte sie einen themen- und akteursoffenen Ansatz verfolgen. Das eröffnet auch 
die Möglichkeit, neuartige Themenfelder oder Lösungsansätze zu verfolgen, die bislang
nicht im Fokus der Politik gestanden haben. Ebenso können spezifische regionale 
Kompetenzen weitentwickelt werden. Was die Akteure im Innovationsgeschehen betrifft,
arbeiten nicht nur HAWs und kleine und mittlere Universitäten mit der Wirtschaft
zusammen, sondern zum Beispiel auch größere Universitäten oder öffentliche und private
Forschungseinrichtungen. Diese wissenschaftliche Vielfalt sollte sich auch in der
DATI niederschlagen. Gleichwohl wäre wichtig, dass die für KMU oftmals relevanten
HAWs einen angemessenen Zugang zu Fördermitteln erhalten.

## Doppelstrukturen vermeiden

Die DATI kann einen wichtigen Beitrag zum Transfergeschehen leisten, wenn sie in
Ergänzung zu bestehenden erfolgreichen Innovationsförderprogrammen wie etwa dem 
Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) aufgesetzt wird. Zudem sollte eine
klare Arbeitsteilung mit anderen Institutionen wie beispielweise der Agentur für
Sprunginnovationen oder bestehenden regionalen Allianzen festgelegt werden. Ein 
agiles und flexibles Agieren der Agentur gelingt nur mit geringeren bürokratischen
Anforderungen, mit mehr Digitalisierung im Förderprozess und mit mehr Mut bei den
Unterstützungsmöglichkeiten. Denn innovative Formate wie Innovations-Challenges,
Reallabore oder Hackathons können bislang ungeahnte Transferpotenziale heben.

In einem Impulspapier hat der DIHK zusammengefasst, was bei der Errichtung der DATI
aus Sicht der Wirtschaft beachtet werden sollte. [Das Impulspapier finden Sie hier](https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/wirtschaft-digital/innovation/dihk-impulspapier-zur-deutschen-agentur-fuer-transfer-und-innovation-dati--68408).

_Quelle: DIHK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/dati-fuer-mehr-kooperation-von-wirtschaft-und-wissenschaft-76651)
