# Dauerfristverlängerung beantragen – sinnvoll auch ohne Zinsvorteil

- Link: https://www.maier-steuerberater.de/dauerfristverlaengerung-beantragen-sinnvoll-auch-ohne-zinsvorteil/
- Veröffentlicht: 2022-07-25T05:51:06+02:00
- Autor: Thomas Stuppy

Viele Steuerpflichtige fragen sich: „Was ist eine Dauerfristverlängerung?“ Die einfache
Antwort: Eine der wenigen Ausnahmen, die der Fiskus bei Anforderungen und Fristen
gewährt. Mit ihr verschieben Unternehmen die [Frist für ihre Umsatzsteuervoranmeldung](https://www.sis-verlag.de/praxishilfen/weitere-praxishilfen/89-steuertermine-steuertermine)
und -vorauszahlung um jeweils einen Monat – unabhängig davon, ob diese monatlich
oder vierteljährlich fällig ist. Wann sie die Fristverlängerung für ihre Umsatzsteuer
beantragen – beispielsweise direkt nach einer Neugründung oder erst später, etwa
mitten im Quartal – spielt keine Rolle. **Der Antrag auf Dauerfristverlängerung 
ist jederzeit möglich und gewährt Unternehmen den Aufschub meistens auf Dauer.**
Auf große Liquiditätsvorteile sollten Unternehmerinnen und Unternehmer dabei nicht
spekulieren. Trotzdem finden sich genug gute Gründe dafür. Beispielsweise in den
2003 abgeschafften Abgabe-Schonfristen und verkürzten Zahlungs-Schonfristen oder
den Anfang 2018 [erhöhten Verspätungszuschlägen](https://www.trialog-magazin.de/steuern-und-finanzen/buchfuehrung-bilanz/umsatzsteuervoranmeldung-auf-frist-achten/).
Auch das Verzögerungsgeld, das beim Verpassen von Fristen droht, spricht für eine
Fristverlängerung. Unternehmerinnen und Unternehmer sollten mit der Steuerberatungskanzlei
darüber sprechen, wie sich die gewonnene Zeit weise nutzen lässt.

[Was ist eine Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer?](https://www.maier-steuerberater.de/dauerfristverlaengerung-beantragen-sinnvoll-auch-ohne-zinsvorteil/#h-was-ist-eine-dauerfristverlangerung-bei-der-umsatzsteuer)

[Bis wann muss die Dauerfristverlängerung beantragt werden?](https://www.maier-steuerberater.de/dauerfristverlaengerung-beantragen-sinnvoll-auch-ohne-zinsvorteil/#h-bis-wann-muss-die-dauerfristverlangerung-beantragt-werden)

[Wer monatlich meldet, muss eine Sondervorauszahlung leisten](https://www.maier-steuerberater.de/dauerfristverlaengerung-beantragen-sinnvoll-auch-ohne-zinsvorteil/#h-wer-monatlich-meldet-muss-eine-sondervorauszahlung-leisten)

[Dauerfristverlängerung auch bei Quartalsabgabe zeitig beantragen](https://www.maier-steuerberater.de/dauerfristverlaengerung-beantragen-sinnvoll-auch-ohne-zinsvorteil/#h-dauerfristverlangerung-bei-quartalsabgabe-zeitig-beantragen)

[Antrag auf Dauerfristverlängerung darf abgelehnt werden](https://www.maier-steuerberater.de/dauerfristverlaengerung-beantragen-sinnvoll-auch-ohne-zinsvorteil/#h-antrag-auf-dauerfristverlangerung-darf-abgelehnt-werden)

## Was ist eine Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer?

Normalerweise ist mit den Fristen für Steuererklärungen nicht zu spaßen. Wer die
Umsatzsteuervoranmeldung verspätet abgibt, riskiert sogar sofort Ärger mit der Stelle
für Bußgeld- und Strafsachen. Gerade im Umsatzsteuerrecht aber gewährt der Gesetzgeber
auf Antrag auch ganz regulär einen dauerhaften Aufschub. Dafür ist nur eine Dauerfristverlängerung
bei der Umsatzsteuer zu beantragen – bei der Neugründung oder auch jederzeit im 
laufenden Betrieb. Mit dieser Fristverlängerung können umsatzsteuerpflichtige Unternehmen
gemäß [§46 Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UstDV)](https://www.gesetze-im-internet.de/ustdv_1980/__46.html)
beim Finanzamt erwirken, dass sich die Fristen für die Übermittlung ihrer Umsatzsteuervoranmeldung
sowie für die entsprechenden Vorauszahlungen um einen Monat verlängern. **Wenn das
Finanzamt den Antrag auf Dauerfristverlängerung nicht ablehnt, gilt sie als bis 
auf Weiteres bewilligt. So verschafft die Fristverlängerung dem Unternehmen je einen
Monat mehr Luft** – unabhängig von einer Monats- oder Quartalsabgabe der Umsatzsteuer.
Ablehnen oder widerrufen kann das Finanzamt die Fristverlängerung laut UStDV, „wenn
der Steueranspruch gefährdet erscheint.“

[⌊Grafik zeigt: drei Viertel der deutschen Unternehmen nutzen die Dauerfristverlängerung⌉⌊
Grafik zeigt: drei Viertel der deutschen Unternehmen nutzen die Dauerfristverlängerung⌉[

## Fristverlängerung ist für Monats- und Quartalsabgabe möglich

Auch mit einer Dauerfristverlängerung für die Umsatzsteuer bleibt der 10. jedes 
Monats oder bei Quartalsabgabe der Umsatzsteuervoranmeldung der 10. dann des zweiten
Monats im Quartal der verbindliche Stichtag. Einen Monat später als sonst eben. 
Ganz wichtig: Die Dauerfristverlängerung hat keine Auswirkungen auf die Umsatzsteuerjahreserklärung.**
Eine einmal genehmigte Dauerfristverlängerung gilt, bis das Unternehmen den Antrag
zurücknimmt oder das Finanzamt die Bewilligung von sich aus widerruft**. Weil nach
und nach erst Schonfristen abgeschafft und zuletzt Zuschläge und Gebühren bei Fristversäumnissen
erhöht wurden, gibt es dafür allerdings kaum noch Argumente. Unternehmerinnen und
Unternehmer haben deshalb mehr Grund denn je, eine Dauerfristverlängerung zu beantragen.

## Bis wann muss die Dauerfristverlängerung beantragt werden?

Unternehmen, die ihre Steuerangelegenheiten einer Steuerberatungskanzlei übertragen
haben, dürften vermutlich schon die Vorzüge einer Dauerfristverlängerung genießen–
[wie auch der Ist-Besteuerung](https://www.trialog-magazin.de/steuern-und-finanzen/buchfuehrung-bilanz/sollbesteuerung-vermeiden-und-so-die-liquiditaet-verbessern/).
Falls nicht, sollten die Firmenchefs und -chefinnen wissen: Es gibt keine Vorgabe,
bis wann die Dauerfristverlängerung beantragt werden muss. **Ein Antrag auf Fristverlängerung
ist nicht nur bei Neugründung möglich, sondern jederzeit** – und dürfte sich in 
fast allen Fällen lohnen. Im Zweifel sollten Unternehmerinnen oder Unternehmer ihre
Steuerberatungskanzlei konsultieren. Beantragen kann die Dauerfristverlängerung 
dann gleich der Steuerberater oder die Steuerberaterin im Rahmen des Mandats. Auch
der Unternehmer oder die Unternehmerin selbst kann über Elster-Online einen [elektronischen Vordruck mit dem Antrag auf Dauerfristverlängerung ausfüllen](https://www.elster.de/eportal/formulare-leistungen/alleformulare/ustsveru).

![](/wp-content/uploads/vid-images/3pkpxiQ9_f8.jpg)

Was der Steuerberater oder die Steuerberaterin für Unternehmen tun kann, zeigt dieses
Video.

## Wer monatlich meldet, muss eine Sondervorauszahlung leisten

Auf dem Postweg verloren geht dank Elster [kein Brief mehr](https://www.trialog-magazin.de/personal-und-fuehrung/organisation-management/brief-verloren-was-sie-fuer-diesen-fall-machen-sollten/),
mit dem Unternehmen die Dauerfristverlängerung beantragen. Trotzdem sollte die Firmenchefin
oder der Firmenchef eine Versandbestätigung ausdrucken [und zu den Steuerunterlagen nehmen](https://www.trialog-magazin.de/wirtschaft-und-recht/aufbewahrungsfristen-fuer-unternehmen/).
Eine Antwort kommt in der Regel nur, wenn das Finanzamt den Antrag auf Dauerfristverlängerung
ablehnt. Einen Bewilligungsbescheid gibt es nicht. **Unternehmen, die ihre Umsatzsteuer
monatlich und nicht vierteljährlich melden, müssen die durch eine Dauerfristverlängerung
entstehende rechnerische Lücke sowieso zu Beginn der Fristverlängerung mit einer
Sondervorauszahlung schließen**. Diese ist [in Höhe von einem Elftel der zusammengerechneten Vorauszahlungen des Vorjahrs](https://www.gesetze-im-internet.de/ustdv_1980/__47.html)
fällig. Unternehmen, die bei Neugründung den Antrag auf Fristverlängerung stellen,
sollten ihre Steuerberatungskanzlei zur Höhe der in dem Fall gegebenenfalls anteilig
zu berechnenden Sondervorauszahlung konsultieren. Zu besprechen wäre dann außerdem,
ob beziehungsweise unter welchen Bedingungen eine Sondervorauszahlung nicht notwendig
sein könnte.

Die Dauerfristverlängerung lohnt sich gerade für Unternehmen, die die Umsatzsteuer
nicht pro Quartal, sondern pro Monat melden – obwohl für sie der Zinsvorteil dank
Sondervorauszahlung entfällt. Denn die monatliche Zehn-Tages-Frist ist für viele
im Tagesgeschäft ziemlich knapp bemessen, auch mit Blick auf die Buchführungsgrundsätze
GoBD, die [zeitnahes Buchen unter gewissen Umständen](https://www.trialog-magazin.de/steuern-und-finanzen/buchfuehrung-bilanz/archivierung-muss-gobd-konform-sein/)
innerhalb von bis zu zehn Tagen erlauben. Auch diese Frage sollten Unternehmerinnen
und Unternehmer gemeinsam mit ihrer Steuerberatungskanzlei abwägen.

## Dauerfristverlängerung bei Quartalsabgabe zeitig beantragen

Unternehmen, die ihre Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich erledigen, müssen
beim Antrag auf Dauerfristverlängerung keine Sondervorauszahlung leisten. **Wenn
sie kurzfristig eine Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer beantragen, sollten
sie Steuerfachleute um Rat für das bestmögliche Vorgehen bitten oder zur Vorsicht
kurz im Finanzamt nachhaken**, ob alles klargeht. Das ist der sichere Weg, gerade
weil es keine klaren Vorgaben gibt, bis wann die Fristverlängerung beantragt werden
muss. Erst dann sollten sie beginnen, ihre Umsatzsteuervoranmeldung für das Quartal
wegen der Dauerfristverlängerung um einen Monat verzögert zu übermitteln. Wer ganz
auf Nummer Sicher gehen will, stellt den Antrag auf Dauerfristverlängerung bei Quartalsabgabe
etwa nach einer Neugründung direkt im Anschluss an die erste reguläre Umsatzsteuervoranmeldung.

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## Antrag auf Dauerfristverlängerung darf abgelehnt werden

Das Finanzamt darf einen Antrag auf Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer 
nach §46 UStDV ablehnen oder eine bereits genehmigte Fristverlängerung widerrufen,
falls der Steueranspruch gefährdet erscheint. Konkreteres steht hierzu im Gesetzestext
ebenso wenig wie dazu, bis wann Unternehmen die Dauerfristverlängerung beantragen
müssen. Logisch und ein Erfahrungswert von Steuerberaterinnen und Steuerberatern
ist, dass der Fiskus die Entscheidung zum Widerruf vom Verhalten der Unternehmerin
oder des Unternehmers abhängig macht. **Praktisch wird er von einer Gefährdung des
Steueranspruchs ausgehen, wenn Umsatzsteuervoranmeldungen nicht oder verspätet eingehen.**
Gleiches gilt für die angemeldeten Vorauszahlungen – sie müssen auch mit einer Fristverlängerung
für die Umsatzsteuer pünktlich ankommen, egal ob monatlich oder bei Quartalsabgabe.
Bei nachhaltigen, nicht nur vorübergehenden Steuerrückständen darf der Fiskus die
Dauerfristverlängerung zur Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung widerrufen, [so das Finanzgericht Hamburg](https://www.iww.de/quellenmaterial/id/36414).

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[Quelle](https://www.trialog-magazin.de/steuern-und-finanzen/steuern-abgaben/dauerfristverlaengerung-beantragen-sinnvoll-auch-ohne-zinsvorteil/)
