# Deutlich höhere Mindestlöhne in der Altenpflege

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- Published: 2022-02-08T15:19:26+01:00
- Author: Thomas Stuppy

BMAS, Pressemitteilung vom 08.02.2022

**Neben den Pflegemindestlöhnen soll auch die Anzahl der Urlaubstage steigen**

Am 5. Februar 2022 hat sich die Pflegekommission einstimmig auf höhere Mindestlöhne
für Beschäftigte in der Altenpflege geeinigt: Ab dem 1. September 2022 sollen die
Mindestlöhne für Pflegekräfte in Deutschland in drei Schritten steigen. Für Pflegehilfskräfte
empfiehlt die Pflegekommission eine Anhebung auf 14,15 Euro pro Stunde, für qualifizierte
Pflegehilfskräfte eine Anhebung auf 15,25 Euro pro Stunde und für Pflegefachkräfte
auf 18,25 Euro pro Stunde.

Auf Grundlage der Empfehlung der letzten Pflegekommission wurde eine Staffelung 
der Mindestlöhne nach Qualifikationsstufe vorgenommen. Die fünfte Pflegekommission
hat sich dafür ausgesprochen, diese Struktur beizubehalten.

Für Beschäftigte in der Altenpflege empfiehlt die Pflegekommission außerdem einen
Anspruch auf zusätzlichen bezahlten Urlaub über den gesetzlichen Urlaubsanspruch
hinaus. Dieser Mehrurlaub soll bei Beschäftigten mit einer 5-Tage-Woche für das 
Jahr 2022 sieben Tage, für die Jahre 2023 und 2024 jeweils neun Tage betragen.

> Die Pandemie und ihre Folgen haben uns jeden Tag vor Augen geführt, dass unsere
> Gesellschaft ohne Pflegekräfte nicht funktioniert. Es sind auch Beschäftigte in
> der Altenpflege, die jeden Tag aufs Neue Großartiges leisten und mit enormen zusätzlichen
> Belastungen konfrontiert sind. Ich freue mich deshalb über die Empfehlung der 
> Pflegekommission für die nächsten Lohnschritte in der Altenpflege. Die deutlichen
> Lohnsteigerungen sind eine gute Nachricht für die Altenpflegerinnen und -pfleger
> in Deutschland, die jeden Tag anpacken und sich um die älteren und pflegebedürftigen
> Menschen in unserer Gesellschaft kümmern. Die jetzige Entscheidung der Pflegekommission,
> aber auch die ab 1. September 2022 gesetzlich vorgeschriebene Entlohnung von Pflegekräften
> mindestens in Tarifhöhe sind wichtige Schritte, um die Arbeitsbedingungen spürbar
> zu verbessern. Diesen Weg werden wir weitergehen.
> Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales

> Pflege- und Betreuungskräfte sind fachlich hochkompetent – das muss sich auch 
> in der Bezahlung ausdrücken. Ein zentraler Eckpfeiler ist ein deutlich höherer
> Pflegemindestlohn. Für viele Pflegekräfte zahlt sich ein höherer Mindestlohn in
> besserer Bezahlung aus. Viele Arbeitgeber zahlen aber bereits jetzt schon aus 
> guten Gründen deutlich mehr. Insofern ist die Anhebung des Mindestlohns nur ein
> erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer fairen Entlohnung des Pflegepersonals.
> Nur wenn in der Pflege Tarif und mehr die Regel ist, wird der Beruf attraktiv 
> bleiben. Dafür werden wir sorgen.
> Karl Lauterbach, Bundesminister für Gesundheit

> Ich freue mich, dass die Pflegekommission innerhalb weniger Wochen eine einstimmige
> Empfehlung zur Anhebung von Pflegemindestlöhnen und Mehrurlaub erzielt hat. Diese
> Anhebung der Mindestlöhne ist die bislang stärkste Steigerung für Pflegekräfte
> in Deutschland und damit gemeinsam mit der deutlichen Ausweitung des Mehrurlaubs
> auch vor dem Hintergrund zusätzlicher Belastungen infolge der Corona-Pandemie 
> ein klares Signal für bessere Arbeitsbedingungen in der Branche. Die Pflegekommission
> ist sich aber darüber im Klaren, dass die Arbeitsbedingungen für diese anspruchsvolle
> Tätigkeit weiter verbessert werden müssen. Als ständige Kommission haben wir schon
> vereinbart, dass wir im April unsere Debatten fortführen werden. Mein Dank gilt
> allen, die an dieser Entscheidung mitgewirkt haben.
> Cornelia Prüfer-Storcks, Beauftragte des BMAS für die Pflegekommission und ehemalige
> Hamburger Gesundheitssenatorin

_Quelle: BMAS_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/recht/deutlich-hoehere-mindestloehne-in-der-altenpflege-73591)
