# Deutschland 2025: Keine Besserung der Wirtschaftslage in Sicht

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- Veröffentlicht: 2024-12-07T22:11:22+01:00
- Autor: Thomas Stuppy

Die deutsche Wirtschaft bleibt im Krisenmodus. Nach zwei Jahren der Rezession erwartet
das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für 2025 ein Wachstum von lediglich 0,1
Prozent. Dabei machen hohe Kosten, strukturelle Probleme und politische Unsicherheiten
eine nachhaltige Erholung schwer.

## **Ein Rückblick und der Blick nach vorn**

Seit 2020 leidet Deutschland unter einem massiven Einbruch der Investitionen. Rund
210 Milliarden Euro gingen seither verloren, was sich nicht nur auf die wirtschaftliche
Dynamik, sondern auch auf das langfristige Potenzial der Volkswirtschaft auswirkt.
Besonders betroffen ist die Bauwirtschaft, die seit Jahren unter hohen Material-
und Finanzierungskosten sowie bürokratischen Hürden leidet. Auch für 2025 prognostiziert
das IW einen weiteren Rückgang der Bauinvestitionen um über zwei Prozent.

## **Industrie unter Druck**

Die deutsche Industrie kämpft mit hohen Energie- und Arbeitskosten sowie einer intensiven
Bürokratie. Diese Faktoren belasten die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Seit
2020 sind die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte um 40 Prozent gestiegen, während
die Exportpreise nur um 20 Prozent zulegten. Dies führt zu einem Verlust der preislichen
Wettbewerbsfähigkeit, wodurch deutsche Unternehmen zunehmend Marktanteile an internationale
Konkurrenten verlieren.

## **Politische Unsicherheiten belasten**

Die turbulente politische Landschaft trägt ihren Teil zur Zurückhaltung der Wirtschaft
bei. Nicht nur die globalen Spannungen und protektionistischen Tendenzen, sondern
auch das Regierungsvakuum in Berlin nach der Auflösung der Ampelkoalition sorgen
für Planungsunsicherheit. Der Ausgang der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar
2025 bleibt unklar.

## **Arbeitsmarkt und Konsum**

Die schwache Konjunktur schlägt auch auf den Arbeitsmarkt durch. Die Arbeitslosenquote
wird laut IW-Prognose 2025 auf 6,2 Prozent steigen, was fast drei Millionen Arbeitslose
bedeutet. Gleichzeitig bleibt der private Konsum trotz steigender Realeinkommen 
verhalten. Hohe Unsicherheiten führen dazu, dass die Haushalte weiterhin sparen.

## **IW fordert Reformen**

IW-Konjunkturchef Michael Grömling spricht von einer „schwerwiegenden Strukturkrise“
und fordert entschlossenes Handeln der kommenden Bundesregierung. Um den Standort
Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen, seien unter anderem folgende Maßnahmen
notwendig:

• Eine Unternehmenssteuerreform,

• Abbau von Bürokratie,

• Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung,

• Anreize zur Steigerung des Arbeitsvolumens.

## **Fazit**

Deutschland steht vor einem weiteren schwierigen Jahr. Ohne tiefgreifende strukturelle
Reformen droht die wirtschaftliche Stagnation anzuhalten. Die kommende Bundesregierung
steht vor der Herausforderung, nicht nur kurzfristige Impulse zu setzen, sondern
auch die langfristigen Rahmenbedingungen grundlegend zu verbessern.

**Quellen:**

_• IW Köln, Pressemitteilung vom 05.12.2024_

• _Bardt, Hubertus / Beznoska, Martin / Demary, Markus / Grömling, Michael / Henger,
Ralph / Hentze, Tobias / Kolev-Schaefer, Galina / Obst, Thomas / Pimpertz, Jochen/
Schäfer, Holger / Seele, Stefanie / Taft, Niklas, 2024, IW-Konjunkturprognose Winter
2024. Es wird nicht besser, IW-Report, Nr. 45, Köln_
