# Digitalisierung trifft Energieeffizienz

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- Veröffentlicht: 2022-09-16T04:05:00+02:00
- Autor: Thomas Stuppy

DIHK, Mitteilung vom 15.09.2022

Explodierende Energiepreise und drohende Versorgungsengpässe zwingen derzeit praktisch
alle Unternehmen, ihren Energieverbrauch wo immer noch möglich zu optimieren. Digitale
Technologien spielen dabei eine wachsende Rolle. Gleichzeitig muss die Digitalisierung
der Wirtschaft selbst auch unter Gesichtspunkten der Energieeffizienz betrachtet
werden. Es lohnt sich also, beiden Aspekten gleichzeitig Aufmerksamkeit zu widmen.

## Digitalisierung ermöglicht Energieeinsparungen, …

Digitale Technologien bieten großes Potenzial, den Ressourceneinsatz und Energieverbrauch
in den Unternehmen zu reduzieren. Beispielsweise kann die Anwendung Künstlicher 
Intelligenz die Auslastung von Maschinen erheblich steigern. Dadurch lassen sich
energieintensive Leerläufe und Wartezeiten vermeiden. Aber auch innovative Fertigungstechnologien
wie der 3D-Druck oder die Nutzung digitaler Zwillinge bei der Entwicklung neuer 
Verfahren, Produkte beziehungsweise Dienste zeigen, wie digitale Technologien zur
Steigerung der Energieeffizienz beitragen.

## … geht aber auch mit Energieverbrauch einher

Immer mehr Sensoren, Computer und smarte Geräte sind im Einsatz. Sie verbrauchen
große Mengen an Energie, und ihre oftmals kurze Lebensdauer trägt zu einem hohen
Ressourcenverbrauch bei. In die Entwicklung der dazugehörigen Software fließen noch
nicht systematisch Energieeffizienz-Aspekte ein. Zudem nutzen Unternehmen zunehmend
Cloud-Dienste; sie berücksichtigen bei der Auswahl der Rechenzentren, die diese 
Angebote vorhalten, aber noch nicht durchgängig deren Energieeffizienz.

In den Unternehmen sowie in der politischen Betrachtung braucht es daher eine konsequentere
Verknüpfung von Digitalisierung und Energieeffizienz. Voraussetzung für zusätzliche
Effizienzgewinne ist, dass die Informations- und Kommunikationstechnik selbst energieoptimiert
hergestellt, betrieben und im besten Fall wiederverwertet statt entsorgt wird.

## Stärkeren Fokus auf Green IT setzen

Viele Unternehmen haben das Thema bereits auf der Agenda und schaffen geeignete 
Voraussetzungen – im eigenen Betrieb oder bei der Beschaffung von Vorprodukten: 
Wer neue IT-Hardware anschafft, der prüft Kriterien wie Langlebigkeit, Energieverbrauch
und -effizienz oder Reparierbarkeit. Second-Hand-Produkte, sogenannte Refurbished-
IT, sind häufig eine gute Alternative zu Neugeräten. Gütesiegel wie der „Blaue Engel“
helfen dabei, energie- und ressourceneffiziente Hard- und Software-Produkte oder
Rechenzentren zu erkennen. Nicht zuletzt gibt es auch in der betrieblichen Nutzung
wichtige Stellschrauben, zum Beispiel die energieeffiziente Konfiguration von Geräten
und Software oder die Aktivierung von Energiesparfunktionen. Der DIHK hat [Tipps](https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/wirtschaft-digital/digitalisierung/checkliste-energieeffiziente-ikt-im-unternehmen--77910)
zusammengestellt, die Unternehmen bei einer entsprechenden Gestaltung ihrer IT unterstützen.

## Der Zeitpunkt ist gut: Geeignete Rahmenbedingungen schaffen

Auch die Bundesregierung nimmt sich im Koalitionsvertrag einiges vor: Neue Rechenzentren
sollen ab 2027 klimaneutral betrieben, Rechenzentrums-Abwärme soll genutzt und für
IT-Beschaffungen des Bundes sollen Zertifizierungen wie der Blaue Engel Standard
werden. Zudem ist geplant, dass Ersatzteile und Software-Updates für IT-Geräte künftig
für die übliche Nutzungsdauer verpflichtend verfügbar sein müssen.

In der Tat wäre es wichtig, die Rahmenbedingungen für all diese Punkte zu verbessern.
Anstelle neuer gesetzlicher Verpflichtungen sollte die Regierung ihren Fokus dabei
vor allem auf Anreize setzen und bestehende Hemmnisse beseitigen – zum Beispiel 
durch Anpassungen im Konzessionsrecht für eine bessere Abwärmenutzung. Eine chancenorientiertere
Kommunikation hilft, die Breite der Unternehmen für das Potenzial der energiesparenden
Digitalisierung zu erschließen. Entsprechende Forschungsprojekte, Daten und Informationen
und darauf basierende Praxistipps können den Unternehmen helfen – beim Aufbau der
Infrastrukturen, bei der Programmierung von Software sowie beim Einsatz im Betrieb.

_Quelle: DIHK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/digitalisierung-trifft-energieeffizienz-85139)
