# Gasumlage: Mehrkosten in Milliardenhöhe für Industrie und private Haushalte

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- Published: 2022-08-17T04:38:14+02:00
- Author: Thomas Stuppy

IW Köln, Mitteilung vom 15.08.2022

Am 15.08.2022 haben die Gas-Netzbetreiber bekannt gegeben, dass die Gasumlage ab
Oktober 2,419 Ct/kWh betragen wird. Für Haushalte und Wirtschaft bedeutet das: Die
Kosten für Energie klettern weiter in die Höhe. Insgesamt belaufen sich die Mehrkosten
für die Industrie auf 5,7 Mrd. Euro. Eine Familie mit einem Einfamilienhaus (140
Quadratmeter) muss jährlich 542 Euro zusätzlich für Gas aufbringen.

Nach IW-Berechnungen dürften sich die Mehrkosten für die Industrie auf 5,7 Milliarden
Euro pro Jahr belaufen. Am stärksten betroffen sind energieintensive Grundstoffindustrien.
Weil hier besonders viel Gas benötigt wird, auch als Rohstoff, wird die Gasumlage
dort am härtesten zu spüren sein. Dazu zählen etwa die Chemie- und Metallindustrie
und die Hersteller und Verarbeiter von Glas, Keramik, Steinen und Erden. Alleine
diese drei Branchen tragen mehr als die Hälfte der Mehrkosten.

## Energiearmut dürfte steigen

Doch auch den privaten Haushalten kommt die Umlage teuer zu stehen. Die IW-Berechnungen
zeigen, dass eine Familie mit einem Einfamilienhaus (140 Quadratmeter) nun 542 Euro
mehr im Jahr zahlen muss – die Mehrwertsteuer noch nicht mit eingerechnet. Wer in
einer Singlewohnung (60 qm) lebt, muss sich auf rund 203 Euro an Mehrkosten einstellen.
Schon im Juli warnten Experten des IW, dass rund jeder vierte Haushalt in Deutschland
mehr als zehn Prozent seines Einkommens für Energie ausgeben muss und demnach als
energiearm gilt. Das Problem dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verschärfen.

## Preissignale und gezielte Hilfen sind wichtig

Die anstehende Umlage bedeutet eine enorme Mehrbelastung für alle Verbraucher. Sie
trifft die Haushalte schwer, aber auch der Wirtschaftsstandort Deutschland wird 
durch den rapiden Anstieg der Energiepreise stark geschwächt. Doch nicht nur die
Gasumlage belastet die Verbraucher: Ohnehin sind die Preise für Gas bereits gestiegen
und auch auf der Stromrechnung könnte sich die Umlage bemerkbar machen. Dennoch 
führt kein Weg daran vorbei: Preissignale sind wichtig, um Verbraucher zum Sparen
zu bewegen. Die aktuellen Szenarien der Bundesnetzagentur zur Gefahr einer Gasmangellage
im Winter zeigen dies mehr als deutlich. „Alle müssen mit anpacken”, sagt IW-Ökonom
Thilo Schaefer. „Doch die Politik sollte dabei nicht vergessen, gerade die sozial
Schwächeren zu unterstützen und sie nicht mit den immensen Mehrkosten alleine zu
lassen.”

_Quelle: IW Köln_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/gasumlage-mehrkosten-in-milliardenhoehe-fuer-industrie-und-private-haushalte-83245)
