# Habeck legt Arbeitspapier zum Industriestrompreis vor

- Link: https://www.maier-steuerberater.de/habeck-legt-arbeitspapier-zum-industriestrompreis-vor/
- Veröffentlicht: 2023-05-04T11:25:53+02:00
- Autor: Thomas Stuppy

BMWK, Pressemitteilung vom 05.05.2023

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck hat am 05.05.2023 ein Arbeitspapier
zum Industriestrompreis vorgelegt. Das Konzept unter dem Titel „Wettbewerbsfähige
Strompreise für die energieintensiven Unternehmen in Deutschland und Europa sicherstellen“
schlägt einen zweistufigen Industriestrompreis vor. Der Minister will über den Vorschlag
mit verschiedenen Akteuren – etwa dem Bündnis Zukunft der Industrie, den Energie-
und Wirtschaftsministerinnen und -minister der Länder sowie Parlamentsvertretern
zeitnah den Austausch suchen. Ziel ist es, ein breites gesellschaftliches und politisches
Bündnis zu schmieden, um in dieser für den Wohlstand unseres Landes zentralen Frage
voranzukommen.

Minister Habeck hierzu: „Deutschlands Wohlstand basiert auch auf seiner starken 
industriellen Basis und wir brauchen diese starke Basis auch in Zukunft. Daher müssen
wir jetzt die richtigen Weichen stellen. Gerade die energieintensive Industrie steht
vor großen Herausforderungen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und 
die dadurch ausgelöste Energiekrise hat diese Unternehmen im letzten Jahr besonders
hart getroffen. Es ist uns mit den Energiepreisbremsen gelungen, die Lage zu stabilisieren,
aber das Erreichte dürfen wir jetzt nicht gefährden. Deutschland braucht seine Grundstoffindustrien
genauso wie neue Zukunftsindustrien. Die deutsche Industrie hat sich auf den Weg
gemacht und ist bereits dabei ihre Prozesse umzustellen, die es für eine klimaneutrale
Produktion weltweit braucht. Auf diesen Weg müssen wir unterstützen, denn dieser
Weg sichert uns auch in Zukunft einen starken wettbewerbsfähigen Standort mit nachhaltigen
Arbeitsplätzen. Daher habe ich heute ein Arbeitspapier für einen Industriestrompreis
vorgelegt. Unser Vorschlag ist die Antwort auf einen deutlichen Wunsch aus der Breite
der Gesellschaft – überparteilich, aus Bund und Ländern, von Verbänden und Gewerkschaften.
Und mit diesen werden wir jetzt darüber diskutieren.“

Um wettbewerbsfähige Strompreise sicherzustellen, schlägt das Konzept zwei Schritte
vor. Hierzu sagte Minister Habeck weiter: „Die Industrie soll von günstigem Strom
aus Erneuerbaren Energien profitieren – über einen langfristigen Transformationsstrompreis.
Der massive Ausbau von Erneuerbaren Energien wird mit klugen Instrumenten für den
direkten Zugang der Industrie zu billigem grünem Strom gekoppelt.“

Dazu sollen eine Reihe von Maßnahmen ergriffen werden: Um Industrieunternehmen den
Zugang zu kostengünstigen Erneuerbaren Energien zu ermöglichen, soll Strom aus neuen
EE-Anlagen zu Preisen nahe an den Gestehungskosten an die Industrie weitergereicht
werden. Dies setzt EE-Anlagen voraus, die mittels Contracts for Difference (CfD)
finanziert werden. Zugleich soll der Abschluss von PPAs von EE-Erzeugern mit Industriepartnern
mit Bürgschaften abgesichert werden, um die Risikoprämien dieser Verträge zu reduzieren(
norwegisches Modell). Auch für mittelständische Unternehmen wollen wir den Zugang
zu PPA-Modellen verbessern.

Minister Habeck weiter: „Wir können aber nicht warten, bis die Langfristmaßnahmen
greifen. Wir müssen die Brücke, die wir mit den Energiepreisbremsen gebaut haben,
verlängern. Deshalb ist ein Brückenstrompreis notwendig. Er sichert die Wettbewerbsfähigkeit
der energieintensiven Unternehmen in den 20er-Jahren, Arbeitsplätze und Standorte.
Konkret sichern wir so gute Arbeitsplätze, komplexe Wertschöpfungsketten und hoch
innovative Unternehmen, die sich gerade transformieren.“

Das Ministerium schlägt daher einen Brückenstrompreis von 6 Cent pro Kilowattstunde
für einen klar definierten Empfängerkreis vor; konkret: Unternehmen sollen bei Börsenstrompreisen
über 6 ct/kWh die Differenz erstattet bekommen. Maßgeblich ist dabei der durchschnittliche
Börsenstrompreis in dem jeweiligen Jahr. Die Unternehmen haben somit weiterhin den
Anreiz, Strom möglichst kostengünstig und somit marktdienlich zu beschaffen. Zudem
wird der Brückenstrompreis nur auf 80 % des Verbrauchs Anwendung finden; das schafft
Effizienzanreize.

Es gibt zudem klare Bedingungen: Tariftreue, Transformationsverpflichtung, Standortgarantie.
Den Unternehmen wird nichts geschenkt, sie werden auf ihrem Weg unterstützt, wenn
sie ihn konsequent gehen.

Minister Habeck erklärte abschließend: „Wir wollen Dauersubventionen vermeiden. 
Daher schlagen wir eine Brücke vor, die dann in eine Zukunft mit niedrigen erneuerbaren
Strompreisen und ohne Subventionen führt.“

Das Arbeitspapier zum Industriestrompreis finden Sie [hier](https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/W/wettbewerbsfaehige-strompreise-fuer-die-energieintensiven-unternehmen-in-deutschland-und-europa-sicherstellen.html).

_Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz_
