# Inflation und Krisenstimmung: Darüber machen sich die Deutschen aktuell Sorgen

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- Veröffentlicht: 2022-08-08T08:44:00+02:00
- Autor: Thomas Stuppy

GfK, Pressemitteilung vom 05.08.2022

Die Inflation ist derzeit die größte Sorge der Deutschen und löst damit die Corona-
Pandemie als Sorge Nr. 1 ab. Aktuelle Juli-Daten von GfK zeigen, dass 84 Prozent
der Deutschen besorgt über die Preissteigerungen bei Öl, Gas und Benzin sind. 80
Prozent fürchten Lieferengpässe bei diesen Energieträgern sowie steigende Lebensmittelpreise.
Ängste wegen eines möglichen Jobverlustes spielen dagegen nur eine kleine Rolle:
21 Prozent sind betroffen.

Gemeinsam mit den Bedenken wegen steigender Preise haben Sorgen um die persönliche
wirtschaftliche Zukunft seit März zugenommen: Waren in der Kalenderwoche 10 noch
50 Prozent der Deutschen deshalb besorgt, waren es im Juli schon 57 Prozent.

Frauen haben mehr Bedenken wegen der Inflation als Männer. Unter 30-Jährige lassen
sich von der Entwicklung weniger beinträchtigen. Sorgen wegen Versorgungsengpässen
bei Energie sind bei den über 50-Jährigen am größten. ­Ältere Menschen fühlen sich
auch deutlich mehr von der humanitären Katastrophe durch den Krieg betroffen. Bei
Lebensmitteln gibt es keine signifikanten Unterschiede.

## Zu hohe Preise vor allem bei Lebensmitteln und Energie befürchtet

Sorgen wegen steigender Preise in den verschiedenen Lebensbereichen betreffen nahezu
alle Bevölkerungsschichten. Ab einem Nettoeinkommen über 5.000 Euro nehmen die Bedenken
allerdings deutlich ab. Bei Haushalten mit niedrigerem Einkommen (bis 2.000 Euro
netto) wie auch bei Haushalten mit mittlerem Einkommen (bis 5.000 Euro netto) ist
die Besorgnis wegen steigender Kosten größer: Bei Energiepreisen fühlen sich fast
alle Haushalte betroffen (84 Prozent mit niedrigem Einkommen, 86 Prozent mit mittlerem
Einkommen).

Steigerungen im Bereich Lebensmittel bereiten vor allem den einkommensschwächeren
Haushalten Sorgen (85 Prozent). Dieses Thema beschäftigt 80 Prozent der Haushalte
mit mittlerem Einkommen, und immer noch 69 Prozent der Haushalte mit Einkommen über
5.000 Euro netto. Unterschiede zeigen sich auch bei den Altersgruppen: Bei jüngeren
Personen unter 30 Jahren machen sich zwei Drittel (66 Prozent) Sorgen wegen steigender
Lebensmittelkosten, ab 30 Jahren betrifft diese Sorge 83 Prozent der Bevölkerung.
Schon geringer sind Befürchtungen, sich nicht mehr die Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik
oder das Auto der Wahl leisten zu können. Das beschäftigt durchschnittlich 57 Prozent.

Wenn es um Lieferengpässe geht, steht das Thema Energie für 80 Prozent der Bevölkerung
klar an erster Stelle. Befürchtungen vor Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln 
oder technischen Konsumgütern sind seit März stabil geblieben: Aktuell erwarten 
55 Prozent einen Lebensmittelmangel. Schwierigkeiten bei der Lieferbarkeit technischer
Konsumgüter sehen nur 42 Prozent. Dass der Urlaub ausfallen muss, besorgt knapp 
ein Fünftel der Befragten.

## Ausblick bleibt düster: Menschen wollen sich weiter einschränken

Das Konsumklima, gemessen anhand des GfK Konsumklimaindex, hat sich entsprechend
eingetrübt und befindet sich auf einem historischen Tief. Die deutlich höhere Belastung
der privaten Haushalte mit stark steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen macht
sich zunehmend auch bei der Konsumneigung bemerkbar. Wenn für Energie und Lebensmittel
deutlich mehr Geld ausgegeben werden muss, fehlen diese Mittel für andere Anschaffungen.
Dies betrifft auch die Planungsabsichten: Deutlich mehr Konsumenten wollen in der
Zukunft weniger anstatt mehr für größere Anschaffungen auszugeben als ursprünglich
geplant (24 versus 9 Prozent). Auch bei Ausgaben für Lebensmittel wollen sich die
Menschen durchschnittlich etwas mehr einschränken als in den Vormonaten.

_Quelle: GfK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/inflation-und-krisenstimmung-darueber-machen-sich-die-deutschen-aktuell-sorgen-82820)
