# Innovationsaktivitäten im Mittelstand: Unternehmen mit eigener Forschung und Entwicklung dominieren das Innovationsgeschehen

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- Veröffentlicht: 2022-07-15T06:47:09+02:00
- Autor: Thomas Stuppy

KfW, Pressemitteilung vom 14.07.2022

 * Kleine und mittlere Unternehmen steuern ein Drittel der Innovationsleistung der
   deutschen Wirtschaft bei
 * Anteil von nicht innovativen Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren um zehn
   Prozentpunkte gestiegen
 * Fachkräftemangel und hohe Kosten: Innovationshemmnisse haben in den vergangenen
   knapp 20 Jahren deutlich zugenommen

Im Innovationssystem Deutschland spielen kleine und mittelgroße Unternehmen eine
nicht unerhebliche Rolle. Zwar liegt in der deutschen Wirtschaft das Gros der Innovationsaktivitäten
bei den Großunternehmen, dennoch stehen mittelständische Unternehmen immerhin für
32 % der Ausgaben für Innovationen und 35 % für Forschung und Entwicklung. Eine 
von KfW Research in Auftrag gegeben Studie analysiert die langfristige Entwicklung
von Strukturen, Erfolgsfaktoren und Hemmnissen bei den Innovationsaktivitäten mittelständischen
Unternehmen.

Das Innovationsgeschehen im Mittelstand wird danach von Unternehmen geprägt, die
kontinuierlich Forschung und Entwicklung (FuE) betrieben. Diese machen mit 12 % 
nur eine kleine Gruppe unter den mittelständischen Unternehmen aus und verfolgen
im Unterschied zu den übrigen in der Studie definierten fünf Unternehmenstypen besonders
anspruchsvolle Wettbewerbs- und Innovationsstrategien, in denen die Entwicklung 
neuer Produkte und die Erschließung neuer Märkte feste Bestandteile sind. Außerdem
investieren diese Unternehmen am meisten in ihre Innovationsaktivitäten, erzielen
das Gros der Innovationserfolge und weisen, etwa gemessen an der Umsatzrendite, 
die höchste Unternehmensperformance auf. So stehen Unternehmen mit regelmäßiger 
FuE für über zwei Drittel der mittelständischen Innovationsausgaben, mehr als die
Hälfte des Umsatzes mit Produktinnovationen und 43 % der Kosteneinsparungen durch
Prozessinnovationen.

Mittelständische innovative Unternehmen ohne eigene FuE bilden demgegenüber mit 
zuletzt 37 % eine nahezu dreimal so große Gruppe. Ihre Innovationsstrategien sind
weniger anspruchsvoll und ihre Innovationsanstrengungen entsprechend weniger stark
ausgeprägt. Insgesamt fallen auch ihre Innovationserfolge deutlich schwächer als
jene der FuE treibenden Unternehmen. Dennoch ist ihr Anteil an dem mit Produktinnovationen
erzielten Umsatz sowie der Kostenreduktion durch Prozessinnovationen mit 34 bzw.
42 % bedeutend und hat im betrachteten Zeitraum sogar noch zugenommen.

Die Studie bestätigt die seit Jahren nachlassende Innovationstätigkeit im deutschen
Mittelstand. Danach hat der Anteil der Unternehmen, die keine Innovationen hervorgebracht
haben, im betrachteten Zehnjahreszeitraum von 32 % auf 42 % deutlich zugenommen.
Vor allem Unternehmen ohne eigene FuE haben ihre Innovationsanstrengungen eingestellt.
Ebenfalls erheblich gestiegen ist der Anteil der mittelständischen Unternehmen, 
die sich mit Innovationshemmnissen konfrontiert sehen. Der Mangel an Fachpersonal
und hohe Kosten sind die am meisten genannten Hemmnisse. Die Betroffenheit sinkt
von der Gruppe der kontinuierlich FuE treibenden Unternehmen bis zu den Unternehmen
ohne Innovationsorientierung. Außerdem nennen die Unternehmen Gesetze und Regulierungen
oft als Innovationshemmnisse.

Insgesamt unterstreichen diese Ergebnisse, dass Unternehmen mit einer hohen Innovationsorientierung–
und darunter insbesondere die FuE treibenden Unternehmen – häufiger Produktmarktneuheiten
hervorbringen und Kostensenkungen erzielen als andere Unternehmen. Dies schlägt 
sich auch positiv in den Kennziffern für die Unternehmensperformance nieder, wie
der Umsatzrendite oder dem Erfolg auf ausländischen Märkten. So erzielen Unternehmen
mit kontinuierlicher FuE im Durchschnitt eine Umsatzrendite von 5,4 %, während Unternehmen
ohne Innovationsorientierung auf einen Wert von 4,2 % kommen.

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, kommentiert die Ergebnisse 
der Studie wie folgt:

> „Die Innovationskraft des deutschen Mittelstands ist insgesamt weiterhin hoch,
> konzentriert sich aber auf immer weniger Unternehmen. Für die Dynamik der Volkswirtschaft
> ist aber gerade zentral, dass der Mittelstand in der Breite wieder mehr Innovationen
> hervorbringt. Dabei kommt der Linderung des Mangels an Fachpersonal eine besondere
> Rolle zu. Außerdem gilt es, umfassende Anreize für den Aufbau oder den dauerhaften
> Erhalt von Forschungs- und Entwicklungs-Kompetenzen in den Unternehmen zu setzen.
> Die Innovationsförderung muss deshalb neben den Vorreiter-Unternehmen auch Innovationen
> in der Breite des Mittelstands unterstützen. Dazu muss beispielsweise der Erwerb
> von strategischen Fähigkeiten und Kenntnisse zum Innovationsmanagement in der 
> Berufsausbildung verstärkt werden.“

Die Studie „Mittelständische Unternehmen im Innovationssystem: Aktivitäten, Hemmnisse
und Erfolge“ steht unter [www.kfw.de/fokus](https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/Fokus-Volkswirtschaft/)
zur Verfügung.

_Quelle: KfW_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/innovationsaktivitaeten-im-mittelstand-unternehmen-mit-eigener-forschung-und-entwicklung-dominieren-das-innovationsgeschehen-81648)
