# Konsequenzen der Veräußerung des Fahrzeugs bei Rückabwicklung eines widerrufenen Verbraucherkreditvertrages

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- Published: 2022-08-25T07:23:01+02:00
- Author: Thomas Stuppy

OLG Braunschweig, Pressemitteilung vom 22.08.2022 zum Beschluss 4 U 36/21 vom 24.06.2022

Seit mehreren Jahren beschäftigt sich die Justiz mit dem Widerruf von Verbraucherdarlehensverträgen
zur Finanzierung eines Fahrzeugs.

Was steckt eigentlich dahinter?

Ein Verbraucher schließt – zumeist vermittelt durch ein Autohaus – mit einem Kreditinstitut
einen Darlehensvertrag zur Finanzierung eines Fahrzeugs. Zum Schutze des Verbrauchers
sieht das Gesetz bei Verbraucherkreditverträgen ein Widerrufsrecht vor, das in der
Regel bis zu 14 Tage nach Vertragsschluss ausgeübt werden kann. Die Ausübung des
Widerrufsrechts unterliegt aber dann keiner zeitlichen Beschränkung, wenn die Belehrungen
des Kreditinstituts über den Widerruf oder Pflichtangaben fehlerhaft sind.

Wenn der Widerruf wirksam ausgeübt wurde, sind die jeweils empfangenen Leistungen
unverzüglich zurückzugeben. Der Verbraucher kann danach grundsätzlich die Rückzahlung
seiner geleisteten Zins- und Tilgungsraten verlangen. Er hat aber seinerseits u.
a. das Fahrzeug herauszugeben, wobei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs
der Verbraucher insoweit vorleistungspflichtig ist.

Mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen hat sich der 4. Zivilsenat in dem Berufungsverfahren
4 U 36/21 befasst: Der Verbraucher hat im Jahr 2014 seinen Neuwagen über einen Kredit
teilfinanziert. Im Jahr 2018 widerrief er seine Vertragserklärung und forderte die
Bank zur Rückzahlung seiner Zins- und Tilgungsleistungen auf. Nachdem er der Bank
zudem erfolglos angeboten hatte, das Fahrzeug bei ihm zu Hause abzuholen, veräußerte
er es an ein Autohaus.

Das Landgericht Braunschweig hat die auf die Rückzahlung der Zins- und Tilgungsleistungen
gerichtete Klage des Klägers mit der Begründung abgewiesen, dass er ordnungsgemäß
über sein Widerrufsrecht belehrt worden und die Widerrufsfrist im Zeitpunkt seiner
Erklärung bereits abgelaufen gewesen sei.

Der Kläger legte gegen diese Entscheidung Berufung ein, die jedoch keinen Erfolg
hat.

Der 4. Zivilsenat wies ihn mit Beschluss vom 24.06.2022 darauf hin, dass das Landgericht
zumindest im Ergebnis die Klage zu Recht zurückgewiesen habe. Der Kläger sei seiner
Vorleistungspflicht, das Fahrzeug an die Bank zurückzugeben, nicht in der gesetzlich
vorgesehenen Weise nachgekommen. Dem aus dem Widerruf resultierenden Zahlungsanspruch
des Klägers stehe daher ein Leistungsverweigerungsrecht der Bank entgegen, auf das
sie sich in diesem Verfahren auch berufen habe. Auch könne der Kläger nicht mit 
Erfolg einwenden, dass die Rückgabepflicht aufgrund der erfolgten Veräußerung ohne
Weiteres wegen Unmöglichkeit erloschen sei. Vielmehr müsse ein Verbraucher darlegen
und ggf. beweisen, dass die Rückgabe für ihn oder für jedermann unmöglich sei, bzw.
dass die Rückgabe einen unverhältnismäßigen Aufwand erfordere. Dazu habe der Kläger
in dem zu entscheidenden Verfahren aber nicht vorgetragen.

Nachdem der Senat den Kläger auf seine tatsächliche und rechtliche Bewertung hingewiesen
hatte, hat der Kläger seine Berufung gegen das landgerichtliche Urteil zurückgenommen.

_Quelle: OLG Braunschweig_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/recht/konsequenzen-der-veraeusserung-des-fahrzeugs-bei-rueckabwicklung-eines-widerrufenen-verbraucherkreditvertrages-83779)
