# MwSt-Lücke: EU-Mitgliedstaaten entgingen 2019 Mehrwertsteuern in Höhe von 134 Mrd. Euro

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- Published: 2021-12-14T08:37:51+01:00
- Author: Thomas Stuppy

DATEV Informationsbüro Brüssel, Mitteilung vom 02.12.2021

Die EU-Kommission veröffentlichte ihren jährlichen [Bericht über die Mehrwertsteuerlücke](https://ec.europa.eu/taxation_customs/system/files/2021-12/VAT gap - report 2021.pdf)
in den EU-Mitgliedstaaten. Demnach betrug die MwSt-Lücke für 2019 134 Mrd. Euro.
Im Vergleich zu 2018 verringerte sie sich um etwa 0,8 Prozentpunkte bzw. 6,6 Mrd.
Euro. Insgesamt sind die Unterschiede bei den MwSt-Lücken zwischen den EU-Mitgliedstaaten
immens. Während die MwSt-Lücke in Deutschland 23,4 Mrd. Euro (8,8 %) betrug und 
absolut gesehen die zweithöchste der EU ist, hatte Kroatien gerade einmal eine MwSt-
Lücke von 77 Mio. Euro (1,0 %). Die meisten Mehrwertsteuereinnahmen entgingen relativ
gesehen Rumänien mit 34,9 %, Griechenland mit 25,8 % und Malta mit 23,5 %. Die geringsten
MwSt-Lücken verzeichneten neben Kroatien mit 1,0 % die EU-Mitgliedstaaten Schweden
mit 1,4 % und Zypern mit 2,7 %.

Die MwSt-Lücke errechnet sich als Differenz zwischen den erwarteten MwSt-Einnahmen
und den tatsächlich erhobenen Beträgen. Gründe für die MwSt-Lücke sind MwSt-Betrug,-
Hinterziehung, Optimierungspraktiken und Zahlungsunfähigkeit sowie fehlerhafte Berechnungen
und Verwaltungsfehler. Um den MwSt-Betrug zu bekämpfen, hat die EU-Kommission bereits
Vorschriften erlassen, die z. B. die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch
zwischen den EU-Mitgliedstaaten und den Strafverfolgungsbehörden verbessern, u. 
a. die Modernisierung der MwSt für den grenzüberschreitenden elektronischen Handel.
Darüber hinaus wurde das Eurofisc-Netzwerk gegründet, welches mit Hilfe des Transaction-
Network-Analysis-Tools dafür sorgt, dass die EU-Staaten schnell MwSt-Daten austauschen
und verarbeiten können. Für 2022 plant sie die Vorlage von Legislativvorschlägen,
um das MwSt-System weiter an das digitale Zeitalter anzupassen und Eurofisc zu stärken.
Darüber hinaus sollen die einzelnen Ursachen der MwSt-Lücke genau analysiert werden,
um ursachenspezifische Maßnahmen zu ergreifen.

_Quelle: DATEV eG Informationsbüro Brüssel_

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