# Starke Kaufkrafteinbußen lassen Konsumklima weiter abstürzen

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- Published: 2022-09-29T08:44:21+02:00
- Author: Thomas Stuppy

GfK, Pressemitteilung vom 28.09.2022

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Vormonat setzt die Verbraucherstimmung im September
ihren Sinkflug fort. Die Konjunkturerwartung wie auch die Anschaffungsneigung verzeichnen
moderate Einbußen, die Einkommenserwartung stürzt auf ein neues Allzeittief ab. 
GfK prognostiziert für das Konsumklima für Oktober 2022 -42,5 Punkte und damit 5,7
Punkte weniger als im September dieses Jahres (revidiert -36,8). Die sind die Ergebnisse
der GfK-Konsumklimastudie für September 2022.

Wesentlicher Grund für den starken Rückgang des Konsumklimas ist der Absturz der
Einkommenserwartung in diesem Monat. Der Indikator verliert 22,4 Punkte und sinkt
auf -67,7 Punkte. Dies ist ein neues Allzeittief. Seit Beginn der Erhebungen für
Gesamtdeutschland im Jahre 1991 wurde bislang kein niedrigerer Wert für die Einkommensaussichten
gemessen.

„Die derzeit sehr hohen Inflationsraten von knapp acht Prozent führen zu großen 
realen Einkommenseinbußen unter den Verbrauchern und damit zu einer deutlichen geschrumpften
Kaufkraft“, erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Viele Haushalte sind momentan
gezwungen, deutlich mehr Geld für Energie auszugeben beziehungsweise für deutlich
höhere Heizkostenabrechnungen zurückzulegen. Entsprechend müssen sie bei anderen
Ausgaben, wie zum Beispiel neuen Anschaffungen, sparen. Dies lässt das Konsumklima
auf ein neues Rekordtief abstürzen.“

Da im Moment nicht absehbar ist, wann sich die Inflation wieder spürbar abschwächt,
stehen dem Konsumklima in den kommenden Monaten schwierige Zeiten bevor. Negative
reale Konsumausgaben werden die rezessiven Tendenzen für die deutsche Wirtschaft
noch verstärken.

Das Konsumklima wird sich nur dann spürbar und nachhaltig erholen können, wenn die
Inflation zurückgeführt wird. Dazu ist auf der einen Seite eine Fortsetzung der 
restriktiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank notwendig, die allerdings 
auch die Gefahr in sich birgt, das rezessive Tendenzen noch verstärkt werden. Auf
der anderen Seite muss auch für eine wesentliche Ursache der starken Energiepreiserhöhungen,
dem Ukraine-Krieg, eine Lösung gefunden werden.

## Anschaffungsneigung setzt Abwärtstrend fort

Bereits zum achten Mal in Folge muss die Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen.
Im Sog deutlich sinkender Einkommensaussichten verliert der Indikator 3,8 Punkte
und weist nun -19,5 Punkte auf. Dies ist der niedrigste Wert seit Oktober 2008. 
Zu Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise wurde mit -20,1 Punkten ein geringerer
Wert gemessen.

Die Konsumneigung wird derzeit sehr stark durch die gestiegenen Energiepreise unter
Druck gesetzt. Hierfür muss deutlich mehr aufgewendet werden. Diese zusätzlichen
finanziellen Mittel stehen den privaten Haushalten nicht für andere Ausgaben, wie
beispielsweise größere Anschaffungen, zur Verfügung.

## Für die Verbraucher wird eine Rezession wahrscheinlicher

Nach der kurzen Verschnaufpause im Vormonat setzt auch die Konjunkturerwartung im
September ihren Abwärtstrend fort. Der Indikator verliert 4,3 Punkte und rutscht
auf -21,9 Punkte ab. Dies ist der niedrigste Wert seit der Finanz- und Wirtschaftskrise.
Im Mai 2009 wurde mit -26 Punkten zuletzt ein niedrigerer Wert gemessen. Im Vergleich
zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Minus mehr als 70 Punkte.

Viele Verbraucher befürchten in steigendem Maße, dass die deutsche Wirtschaft – 
auch aufgrund eines schwächelnden Konsums – in eine Rezession schlittern könnte.
Sowohl Unternehmen als auch private Haushalte sorgen sich um die explosionsartig
gestiegenen Energiekosten. Einige energieintensive Unternehmen haben bereits ihre
Produktion zurückgefahren. Weitere Produktionseinschränkungen drohen zudem durch
die anhaltenden Lieferengpässe aufgrund unterbrochener Lieferketten.

_Quelle: GfK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/starke-kaufkrafteinbussen-lassen-konsumklima-weiter-abstuerzen-85999)
