# Tourismus: Der Optimismus kehrt langsam zurück

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- Veröffentlicht: 2022-06-17T11:07:25+02:00
- Autor: Thomas Stuppy

DIHK, Mitteilung vom 16.06.2022

Die Sonne scheint, die Straßencafés sind voll, die Hotelbuchungen in vielen Regionen
Deutschlands ziehen an, und die Vorfreude auf den Sommerurlaub wächst. Dennoch ist
die Stimmung besser als die tatsächliche Situation. Die Ergebnisse der aktuellen
DIHK-Konjunkturumfrage zeigen nämlich: Die Geschäftslage im Tourismus rangiert weiterhin
deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Der im Zuge der inflationsbedingten Preissteigerungen zu erwartende Nachfragerückgang,
der Fachkräftemangel und die hohen Arbeitskosten sind Risiken, die die Branche aktuell
belasten. Die Unternehmen möchten Mitarbeitende einstellen, aber Bewerber fehlen.
Der Optimismus kehrt dennoch schrittweise zurück: Nach dem Auslaufen der Corona-
Maßnahmen rechnen im Gastgewerbe 42 Prozent der Betriebe für das kommende Jahr mit
besseren Geschäften. Damit dreht die Stimmung beim Gastgewerbe erstmalig seit dem
Ausbruch der Coronapandemie wieder ins Positive und liegt aktuell deutlich über 
den durchschnittlichen Geschäftserwartung der gesamten Wirtschaft. Dort blicken 
laut DIHK-Konjunkturumfrage vom Frühsommer lediglich 19 Prozent der Unternehmen 
optimistisch auf die Geschäfte der nächsten zwölf Monate.

## Preissteigerungen auch im Tourismus

Mehr als 40 Prozent der Corona-Hilfen wurden von der Tourismuswirtschaft in Anspruch
genommen – und ermöglichten zahlreichen Betrieben das Überleben. Da der weitere 
Verlauf des Pandemiegeschehens schwer absehbar ist, sollte die Politik das Auslaufen
des befristeten EU-Rahmens für staatliche Beihilfen im Blick behalten, um sich diese
Optionen auch in Zukunft offen zu halten.
 Das Eigenkapital ist bei vielen Unternehmen
während der Pandemie deutlich geschrumpft. Preissteigerungen lassen sich also nur
schwer abfedern. 85 Prozent der gastgewerblichen Betriebe werden Preissteigerungen
weitergeben oder haben dies bereits getan. Kunden müssen künftig also auch bei touristischen
Aktivitäten tiefer in die Tasche greifen.

## Weitere Belastungen vermeiden

Wichtig für die Erholung der Tourismuswirtschaft ist jetzt, dass keine neuen Störfaktoren
geschaffen und bürokratische Hindernisse möglichst zügig beseitigt werden. Vor diesem
Hintergrund sollten die Kommunen aus der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes
zur Verfassungsmäßigkeit der Bettensteuer keine falschen Schlussfolgerungen ziehen.
Denn fiskalische Belastungen wie die Bettensteuer können das Zünglein an der Waage
werden, wenn es um die wirtschaftliche Gesundung der Branche geht.

## Betriebe brauchen weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit

Der Fokus in Politik und Wirtschaft sollte jetzt auf einer besseren Planungssicherheit
für die kommende Herbst-/Winter-Saison liegen – gerade im Hinblick auf ein möglicherweise
wieder zunehmendes Pandemiegeschehen –, um die Unternehmen am Laufen zu halten und
damit die dringend benötigten Einnahmen zu erwirtschaften. Auch das entsprechende
Personal ist dafür ein zentraler Faktor, die geplante Vereinfachung der Zuwanderung
sollte dringend umgesetzt werden.

Bürokratieabbau bleibt das Gebot der Stunde. Er schafft Freiraum für das Kerngeschäft
und begünstigt die Einnahmen. Denn Bürokratiekosten machen für ein typisches familiengeführtes
Unternehmen im Gastgewerbe jedes Jahr 2,5 Prozent des Umsatzes aus.

_Quelle: DIHK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/tourismus-der-optimismus-kehrt-langsam-zurueck-79944)
