# Unternehmen behaupten sich in schwierigem internationalen Fahrwasser

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- Veröffentlicht: 2021-11-05T05:25:00+01:00
- Autor: Thomas Stuppy

DIHK, Mitteilung vom 04.11.2021

Die Herausforderungen für deutsche Unternehmen im Ausland sind auch gut anderthalb
Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie zahlreich. Steigende Rohstoffpreise und Reiseeinschränkungen
haben die Störungen in den Lieferketten in den vergangenen Monaten nochmals befeuert–
hiervon sind aktuell mehr als die Hälfte der international aktiven deutschen Betriebe
betroffen.

Die Einschätzungen zur internationalen Konjunktur trüben sich daher gegenüber dem
Frühjahr leicht ein. Dennoch behaupten sich die deutschen Unternehmen im Ausland
und blicken positiver auf die Entwicklung ihrer eigenen Geschäfte. Das geht aus 
dem aktuellen AHK World Business Outlook hervor, der Rückmeldungen von mehr als 
3.200 deutschen Unternehmen im Ausland zusammenfasst.

## Erwartungen sinken vor allem in China und USA

41 Prozent der Unternehmen weltweit rechnen mit einer besseren Konjunkturentwicklung
vor Ort, 17 Prozent mit einer schlechteren. Damit sind die Einschätzungen insgesamt
verhaltener als noch in der Vorumfrage – insbesondere in China und Nordamerika. 
Während im Frühjahr noch 70 Prozent der deutschen Unternehmen in der Volksrepublik
von einer besseren Konjunkturentwicklung ausgingen, sind es aktuell nur noch 36 
Prozent. In den USA sinkt dieser Wert von 74 auf 50 Prozent. Grund dafür ist, dass
die Betriebe in diesen Regionen zuletzt besonders stark mit Herausforderungen wie
hohen Rohstoffpreisen und Lieferkettenproblemen zu kämpfen haben.

Vielerorts zeigen sich die Unternehmen jedoch widerstandsfähig, was die eigene Geschäftslage
betrifft. Insgesamt bewerten die deutschen Betriebe ihre derzeitige Situation an
den internationalen Standorten positiver als im Frühjahr: Weltweit bezeichnen 52
Prozent ihre Lage als gut, nur 11 Prozent bewerten sie als schlecht. Insbesondere
in Europa verzeichnen die Unternehmen gute Geschäfte: Davon berichten beispielsweise
in Ost- und Südosteuropa 67 Prozent.

Auch mit Blick auf ihre Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten sind
die deutschen Unternehmen mehrheitlich optimistischer als zuletzt – entgegen den
verhaltenen Konjunkturerwartungen. Über alle Weltregionen hinweg erwarten 56 Prozent
bessere, nur 6 Prozent schlechtere Geschäfte. Eine Erklärung für die unterschiedlichen
Bewertungen der Geschäfts- und Konjunkturentwicklungen ist, dass die Unternehmen
teilweise die Nachteile an einem Standort durch bessere Geschäfte an anderen Standorten
ausgleichen können.

## Zahlreiche Faktoren erschweren internationale Aktivitäten

Das wirtschaftliche Umfeld für Auslandsgeschäfte wird in vielen Weltregionen schwieriger.
Für 44 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland stellen steigende Rohstoffpreise
aktuell das größte Risiko für ihr Geschäft dar, gefolgt von wirtschaftspolitischen
Rahmenbedingungen wie Steuern, Zöllen oder Sanktionen (40 Prozent). Auch Fachkräfteengpässe
gewinnen an Bedeutung – diesen Aspekt nennen nun 37 nach zuvor 29 Prozent.

## Auswirkungen der Corona-Pandemie

Weiterhin bestimmen pandemiebedingte Herausforderungen global das Geschäft international
aktiver deutscher Unternehmen. So sind aktuell noch immer zwei Drittel der Betriebe
von Reiseeinschränkungen betroffen – aus diesem Grund kommen Geschäftsabschlüsse
nicht zustande, Montage- und Wartungsarbeiten können nicht durchgeführt werden.

Im Vergleich zur Vorumfrage noch einmal deutlich zugenommen hat auch der Anteil 
der Unternehmen, die von Problemen in Lieferketten und Logistik berichten – mehr
als die Hälfte der Betriebe müssen sich derzeit dieser Herausforderung stellen. 
Die Folge sind fehlende Waren und Dienstleistungen sowie Produktionsausfälle, die
insgesamt einen selbsttragenden, investitionsgetriebenen Aufschwung im internationalen
Geschäft verhindern.

_Quelle: DIHK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/unternehmen-behaupten-sich-in-schwierigem-internationalen-fahrwasser-66563)
