# Unternehmen und die Steuern: Nach 13 Jahren ein wichtiger Wettbewerbsfaktor

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- Veröffentlicht: 2021-09-13T04:25:00+02:00
- Autor: Thomas Stuppy

DIHK, Mitteilung vom 10.09.2021

Die Besteuerung von Unternehmen rückt auf die politische Agenda in Deutschland. 
Die letzte umfassende Reform liegt mehr als 13 Jahre zurück. Seitdem haben viele
Wirtschaftsnationen die Steuerbelastung für ihre Unternehmen gesenkt. Zudem haben
sich jüngst mehr als 130 Staaten auf eine globale effektive Mindestbesteuerung von
15 Prozent für international tätige Konzerne verständigt. Auch in den Wahlprogrammen
der Parteien spielen Steuern auf wirtschaftliche Tätigkeit eine große Rolle. Die
Spanne reicht dabei weit – von Entlastungen bis hin zu Steuererhöhungen unter anderem
durch eine Vermögensteuer und Verschärfungen der Erbschaftsteuer. Für die Investitions-
und Standortentscheidungen von Betrieben ist die Steuerbelastung wiederum ein wichtiger
Faktor.

## Unternehmensgewinne werden in Deutschland überdurchschnittlich belastet

Mit der 2008er Unternehmensteuerreform wurde die direkte Belastung betrieblicher
Erträge von insgesamt rund 40 Prozent auf etwa 30 Prozent gesenkt – hinzu kommen
dann zusätzlich die Steuern bei Gewinnausschüttungen an die Anteilseigner. Damit
bewegte sich Deutschland vor zehn Jahren im Durchschnitt vergleichbarer Industriestaaten.
Da viele Länder inzwischen ihre Steuersätze gesenkt haben, rangiert Deutschland 
mittlerweile beständig in der Spitzengruppe bei der Steuerbelastung. Der Schnitt
der von der OECD regelmäßig erfassten Industriestaaten liegt bei 23 Prozent – rund
sieben Prozentpunkte unter dem deutschen Level.

Bei Entscheidungen über einen Produktionsstandort wirken Steuersätze wie Preisschilder.
Nach den aktuellen DIHK-Umfragen investieren deutsche Unternehmen im Ausland mehr
als ausländische Unternehmen in Deutschland. Bei den für die Industrie relevanten
Standortfaktoren hat sich die Bewertung des Faktors „Höhe von Steuern und Abgaben“
seit 2017 auf einer Skala von 1 bis 6 von schon schwachen 4,1 nochmals auf 4,4 verschlechtert.
Noch negativer stufen die Unternehmen die „Komplexität des Steuerrechts“ ein. Diese
zunehmende Komplexität führt immer häufiger dazu, dass sich Unternehmen hohen rechtlichen
Unsicherheiten und Risiken ausgesetzt sehen. International agierende Unternehmen
werden nicht selten mit pauschalen Vorwürfen der Steuerverkürzung konfrontiert.

## Es sollte viel einfacher werden, Steuern zu zahlen

Solchen Vorwürfen und Risiken versuchen Unternehmen mit aufwendigen Tax-Compliance-
Systemen zu begegnen. Für viele kleine und mittelständische Unternehmen sind solche
Systeme aber in der Regel zu teuer und teilweise allein schon mangels Personals 
nicht zu realisieren. Deshalb sind gerade diese Betriebe auf praxisnahe Regelungen
mit Augenmaß angewiesen. In den Wahlprogrammen finden sich hierzu kaum konkrete 
Vorschläge. Wirksame Lösungen, etwa durch bessere Digitalisierung, müssen hier von
Bund und Ländern gemeinsam gefunden werden.

## Steuerpolitik sollte vor allem auch Spielraum für Investitionen schaffen

Angesichts von enormen Herausforderungen bei Klimawandel, Digitalisierung, demografischem
Wandel und dem Re-Start aus der Corona-Pandemie steigt der Investitionsbedarf in
den Unternehmen. Der notwendige Spielraum für Investitionen in den Betrieben wird
aktuell aber eher kleiner als größer. Verunsichert sind viele Unternehmen – so entsprechende
Rückmeldungen der Unternehmen in Umfragen – auch bei der Energiebesteuerung. Denn
die zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit wichtigen Ausgleichsregelungen für die
Industrie bei der deutschen Stromsteuer sollen nach aktuellen Plänen der EU stark
eingeschränkt werden.

_Quelle: DIHK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/unternehmen-und-die-steuern-nach-13-jahren-ein-wichtiger-wettbewerbsfaktor-62289)
