# Wer macht eigentlich künftig die Arbeit?

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- Published: 2021-08-06T04:30:00+02:00
- Author: Thomas Stuppy

DIHK, Mitteilung vom 05.08.2021

Mit Überwinden der Corona-Krise werden bekannte Herausforderungen für die deutsche
Wirtschaft wieder aktuell. Hierzu gehört vor allem die Fachkräftesicherung. Derzeit
sehen laut DIHK-Umfrage bereits 43 Prozent der Unternehmen im Fachkräftemangel ein
Geschäftsrisiko – zu Beginn der Pandemie waren es 26 Prozent, kurz davor 55 Prozent.
Der demografische Wandel lässt die Erwerbsbevölkerung stark schrumpfen – um 3,7 
bis 5 Millionen Menschen in den nächsten fünfzehn Jahren.

## Unternehmen brauchen Millionen neuer Fachkräfte

Das ist nicht nur für die Unternehmen bei der Personalsuche ein Problem, es kostet
auch die gesamte Wirtschaft Wachstum und macht einen erfolgreichen Strukturwandel
hin zu Digitalisierung und Klimaneutralität schwieriger. Daher diskutieren Wirtschaft
und Politik über neue Wege, bislang noch nicht ausgereizte Beschäftigungsmöglichkeiten
zu steigern. Dies gilt besonders für Frauen, die bislang häufig in Teilzeit arbeiten,
Fachkräfte aus der EU und aus Drittstaaten oder Migranten mit Fluchthintergrund.

Nach der Bundestagswahl wird das Thema auch für die neue Bundesregierung relevant.
Die Vorschläge sind vielfältig und sehr unterschiedlich: Sie reichen von einem ganztägigen
Bildungs- und Betreuungsangebot im Grundschulalter für eine bessere Vereinbarkeit
von Familie und Beruf bis hin zu weiteren Anstrengungen für einen gesteuerten Zuzug
ausgebildeter Menschen in den Arbeitsmarkt.

## Vereinbarkeit weiter verbessern

Die Pandemie zeigt deutlich: Für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf –
und damit für eine breite Erwerbstätigkeit von Eltern – ist eine verlässliche Kinderbetreuung,
die zu den Arbeitszeiten der Eltern passt, das A und O. Die Erwerbstätigkeit der
Frauen ist in Deutschland in den letzten Jahren enorm gestiegen, mit 73,2 Prozent
liegt Deutschland in der europäischen Spitzengruppe nur knapp hinter der Schweiz,
den Niederlanden und Schweden. Allerdings ist dabei die Teilzeitquote hierzulande
recht hoch (49 Prozent), und die durchschnittlichen Wochenarbeitsstunden bei Teilzeit
liegen mit 21,1 unter dem EU-Schnitt (21,6).

Eltern und Betriebe vermissen bei konkreten Nachfragen insbesondere Betreuungskapazitäten
an Tagesrandzeiten, Wochenenden und in den Schulferien. Mit Blick auf die Grundschulen
ist der Wunsch nach einem verlässlichen Ganztagsangebot groß.

Die Digitalisierung bietet für etliche Tätigkeiten mehr Chancen für mobiles und 
flexibles Arbeiten. Das kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern –
und ist ein gutes Argument für Arbeitgeber beim Werben um Fachkräfte.

## Zuwanderung und Integration im Fokus

Die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte nach Deutschland ist eine Stellschraube,
um den Fachkräftebedarf in den Betrieben zu meistern. Im letzten Jahr gab es Corona-
bedingt hier einen Rückgang: So lag der Wanderungssaldo 2020 nach vorläufigen Ergebnissen
bei rund 220.000, während er im Jahr zuvor noch fast 330.000 betragen hatte.

Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz mit Erleichterungen für Zuwanderer aus Nicht-
EU-Staaten sollte nun angesichts wieder steigender Personalnachfrage der Betriebe
effizient und unbürokratisch umgesetzt werden. Dazu gehört auch die Unterstützung
von Betrieben und Fachkräften von der Vermittlung bis zur Integration im Betrieb.

Das Engagement der Unternehmen für die Integration von Geflüchteten auch in der 
Corona-Krise macht deutlich, dass diese einen Beitrag leisten können, um Fachkräftebedarfe
in den Betrieben zu decken. Damit das gelingt, sind ausreichend Sprachlern-Angebote
wichtig. Insbesondere die Berufssprachkurse sollten berufsspezifischer und praxisnäher
gestaltet werden sowie zeitlich mit den Arbeits- und Ausbildungszeiten kompatibler
sein – zum Beispiel mithilfe digitaler Angebote.

_Quelle: DIHK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/wer-macht-eigentlich-kuenftig-die-arbeit-59896)
