# Wie staatliche Unterstützung in der Krise wirkt

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- Published: 2022-03-23T14:10:21+01:00
- Author: Thomas Stuppy

IfM Bonn, Pressemitteilung vom 23.03.2022

**Eine Zwischenbilanz von 5 Forschungsinstituten und der Bertelsmann Stiftung**

Die unterschiedlichen staatlichen Hilfspakete haben bei vielen Soloselbständigen
sowie Kleinunternehmerinnen und Kleinstunternehmern die erhoffte stabilisierende
Wirkung entfaltet. Direktzahlungen wie die Corona-Überbrückungshilfen, aber auch
die Möglichkeit der Kurzarbeit für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben
Handlungsspielräume für den aktiven Umgang mit der Krise eröffnet. Zu diesem Ergebnis
kommt die Studie „ReCOVery. Unternehmerisches Handeln und staatliche Unterstützungsmaßnahmen
in der COVID-19-Pandemie“, die das IfM Bonn gemeinsam mit dem Institut Arbeit und
Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen (IAT), der Universität Jena, 
dem Institut für Mittelstandsforschung der Universität [Mannheim](https://www.maier-steuerberater.de/standorte/standort-mannheim/),
dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn), der Fachstelle Migrantenökonomie
im IQ-Netzwerk und der Bertelsmann Stiftung erstellt hat.

Zugleich zeigt die Studie, dass die staatlichen Hilfsmaßnahmen nur eines der Elemente
sind, die über die Überlebensfähigkeit der Betriebe entschieden. Der unternehmerische
Geist und die Kreativität der Selbständigen waren ebenfalls wichtig. Wer aktiv mit
der wirtschaftlichen Ausnahmesituation umgegangen ist, konnte dem eigenen Betrieb
in der Regel eine Perspektive eröffnen. So nutzten viele Unternehmerinnen und Unternehmer
im Bereich der Gastronomie und des Einzelhandels Spielräume, um neue Vertriebskanäle
aufzubauen oder Teile ihres Geschäftsmodells zu digitalisieren.

Das positive Gesamtbild darf jedoch nicht über konkrete Mängel bei Umsetzung und
Kommunikation der Corona-Hilfen hinwegtäuschen. Die Angaben der Unternehmerinnen
und Unternehmer aus wissensintensiven Bereichen sowie der Gastronomie und dem Einzelhandel
lassen darauf schließen, dass die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen mehr Wirkung
entfaltet hätten, wenn sie durch zielgruppengerechtere Kommunikations- und Informationsmaßnahmen
flankiert worden wären.

Darüber hinaus empfehlen die Expertinnen und Experten die Entwicklung eines Finanzinstruments
zur Sicherung eines Mindesteinkommens für Soloselbständige sowie Kleinunternehmerinnen
und Kleinunternehmer. Die Studie deute darauf hin, dass der vorübergehende erleichterte
Zugang zur Grundsicherung für Soloselbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler
sowie Kleinunternehmerinnen und Kleinunternehmer nur bedingt in Anspruch genommen
wurde. Denkbar wäre beispielsweise, künftig in den Überbrückungshilfen auch die 
Lebenshaltungskosten dieser Gruppe zu berücksichtigen. Auch wäre der Aufbau von 
Strukturen zur Bewältigung kommender Krisen hilfreich. Ein Baustein hierfür könne
ein dauerhafter Expertinnen- und Expertenrat sein. Dieser solle darauf hinwirken,
dass im Falle künftiger Krisen schneller, bedarfsorientierter und zielgerichteter
agiert werden könne.

Die [Studie](https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/NW_ReCOVery.pdf)„
Unternehmerisches Handeln und staatliche Unterstützungsmaßnahmen in der COVID-19-
Pandemie“ ist auf der Homepage des Institut für Mittelstandsforschung abrufbar.

_Quelle: IfM Bonn_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/wie-staatliche-unterstuetzung-in-der-krise-wirkt-75673)
