# Zeit für den digitalen Aufbruch

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- Veröffentlicht: 2022-02-21T08:02:33+01:00
- Autor: Thomas Stuppy

DIHK, Mitteilung vom 18.02.2022

„Deutschland braucht einen umfassenden digitalen Aufbruch“ – so steht es im Koalitionsvertrag
der neuen Bundesregierung. In der deutschen Wirtschaft ist diese Aufbruchstimmung
angekommen. Die Unternehmen haben die Chancen der Digitalisierung erkannt und ihre
Anstrengungen im vergangenen Jahr auch angesichts der Pandemie verstärkt. Doch die
digitale Transformation bleibt für die Betriebe eine echte Herausforderung. Grund
dafür sind zahlreiche interne Hindernisse bei der Umsetzung im Betrieb sowie unzureichende
Rahmenbedingungen. Das zeigt die aktuelle DIHK-Digitalisierungsumfrage unter bundesweit
knapp 4.300 Unternehmen.

## Digitalisierung schafft Möglichkeiten

Als Hauptmotiv für die Digitalisierung nennen die Betriebe die Ausweitung des flexiblen
Arbeitens, das nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie besonders dringlich geworden
ist. Auch sich verändernde Kundenansprüche und angestrebte Kosteneinsparungen sind
wichtige Treiber. Doch Digitalisierung dient nicht nur der Optimierung und Flexibilisierung
bestehender Prozesse – enormes Potenzial sehen die Unternehmen auch in der strategischen
Unternehmensentwicklung sowie in neuen Geschäftsmodellen, Produkten und Dienstleistungen.

## Unternehmen sehen weiterhin Defizite bei sich

Doch trotz intensiver Bemühungen fällt es den Betrieben schwer, mit der rasanten
Geschwindigkeit des Wandels mitzuhalten. So schätzen sie ihren eigenen Digitalisierungs-
Stand wie schon im Vorjahr insgesamt als eher nur „befriedigend“ ein. Größere Digitalisierungssprünge
bleiben über die Branchen hinweg aus.

Innerhalb des Unternehmens bereiten die hohe Komplexität bei der Umstellung von 
Prozessen sowie fehlende zeitliche und finanzielle Ressourcen Schwierigkeiten. Auch
der Mangel an IT-Fachkräften und digitalen Kompetenzen macht den Unternehmen zu 
schaffen. Bei der Frage, welche Kompetenzen vor allem geschult werden sollten, nennen
die Unternehmen an erster Stelle das Digitale Mindset. Sie haben erkannt, dass die
Digitalisierung mit einem Kulturwandel einhergeht und tiefergreifende strukturelle
Veränderungen erfordert. Das macht die digitale Transformation zu einer Daueraufgabe.

## Bedrohung durch IT-Risiken nimmt zu

Die Unternehmen müssen sich zudem mit den Gefahren durch IT-Risiken auseinandersetzen
und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Die Cyber-Angriffe im vergangenen
Jahr haben die Notwendigkeit deutlicher denn je gezeigt. Zwar haben die Betriebe
die Gefahren erkannt und technische Vorkehrungen getroffen, in dem sie zum Beispiel
konsequent Back-ups (Sicherheitskopien) erstellen. Insbesondere bei den innerorganisatorischen
Anpassungen wie etwa regelmäßigen Mitarbeiterschulungen sehen sie noch Luft nach
oben.

## Unternehmen benötigen Unterstützung beim digitalen Aufbruch

Aus Sicht der Betriebe fehlt es aber auch an den richtigen Rahmenbedingungen, um
die digitale Transformation erfolgreich umsetzen zu können. Ein besonders großes
Defizit wird im Bereich der digitalen Infrastruktur gesehen: 29 Prozent der Unternehmen
geben an, über kein ausreichend schnelles Internet am eigenen Standort zu verfügen.
Dadurch können wesentliche Digitalisierungspotenziale nicht genutzt werden. Auch
die komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen und daraus resultierende rechtliche
Unsicherheiten bremsen den digitalen Aufbruch.

Damit dieser gelingen kann, benötigen die Betriebe bessere Voraussetzungen. Eine
leistungsfähige digitale Infrastruktur (Glasfaseranschlüsse und Mobilfunk) hat für
sie dabei höchste Priorität. Eine digitale Verwaltung und gut ausgebildete Fachkräfte
mit Digitalkompetenzen sind weitere zentrale Voraussetzungen. Die Unternehmen wünschen
sich außerdem mehr Unterstützungsangebote – zum Beispiel beim Thema IT-Sicherheit.
Viele dieser Punkte verspricht die neue Bundesregierung laut Koalitionsvertrag anzugehen.
Nun heißt es, keine Zeit zu verlieren, denn der digitale Wandel wartet nicht.

_Quelle: DIHK_

[Quelle](https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/wirtschaft/zeit-fuer-den-digitalen-aufbruch-74002)
